Auf Kanutour in Finnland – Angeln und Campen im Saimaa-Seengebiet

Kanufahren, Angeln und wildes Campen sind eine traumhafte Kombination für einen schönen Outdoor-Trip. Da dies in Deutschland in dieser Kombination nahezu nicht möglich ist, sind wir bei unseren Recherchen für unseren 5-tägigen Kanutour in Finnland auf das Saimaa-Seengebiet gestoßen. Los ging’s mit dem Flieger nach Helsinki und weiter mit dem Zug nach Imatra, wo wir uns mit ausreichend Proviant für unseren Outdoor-Trip eingedeckt haben. Nach einer weiteren ca. 1-stündigen Fahrt sind wir im Camp in der Nähe von Puumala angekommen, wo wir in Vorfreude auf den nächsten Tag die erste Nacht in einer Blockhütte verbracht haben. Am nächsten Morgen ging es zeitig los mit dem Packen der Kanus, was bei dem ganzen Equipment für 6 Personen und 3 Tage ohne Infrastruktur durchaus etwas Zeit in Anspruch nahm.

Wir hatten 3 Kanadier die wir je zu zweit benutzt haben. Das Gepäck wurde in der Mitte verstaut. Nach dem Packen gab es eine kurze Einweisung und nachdem jeder von uns das Steuern mit C- und J-Schwung mit dem Paddel beherrschte, ging es endlich los mit unserer lange ersehnten Kanutour in Finnland.

Mit kräftigen Paddelschwüngen kamen wir zügig aus der Bucht heraus und paddelten mit unseren schwer beladenen Kanadiern hinaus auf den offenen See, auf dem uns trotz tollem Wetter ein ordentlicher Wellengang erwartet hat. Nach cirka 2,5 Stunden mal mehr oder weniger anstrengendem Paddeln in Richtung Rokansaari haben wir uns in Beachtung des Jedermann’s Recht in Skandinavien eine kleine, aber einsame Insel für unser Lager herausgesucht, die wir sogleich „Gentlemen’s Island“ getauft haben. Die Insel gehörte zu einer kleinen Inselgruppe bei der Kuutinvirta-Strömung.

Nun begann der Lageraufbau, der doch mehr Zeit in Anspruch genommen hatte, als wir gedacht haben. Neben einer Feuerstelle benötigt man natürlich ordentlich Brennholz, welches man idealerweise noch am Tag im Hellen sucht. Zudem musste die „Camp-Küche“ samt Vorratsboxen aufgebaut werden und zu guter letzt musste noch jeder von uns sein Zelt aufbauen. Da wir in den Kanadiern ausreichend Stauraum hatten, haben die meisten von uns Wurfzelte mitgenommen, die sich schnell und einfach aufbauen und einpacken lassen, was ideal ist, wenn man nicht jede Nacht am gleichen Ort campiert und nicht auf ein kleines Packmaß angewiesen ist.

Nachdem wir unser Lager aufgebaut hatten, ging es dann wieder in die Kanus zum Angeln, schließlich wollten wir frischen Fisch zum Abendessen haben. Nahezu alle von uns hatten dabei Glück, sodass wir am Abend reichlich frischen Fisch über dem Lagerfeuer zubereiten konnten. Für das Kochen über dem Lagerfeuer hatten wir eine große Grillpfanne dabei, die sich bestens bewährt hat und uns für die Zubereitung von nahezu allen Mahlzeiten gedient hat. Nach dem Abendessen haben wir natürlich das Lagerfeuer genossen und dabei das atemberaubend Farbspiel des Sonnenuntergangs am finnischen Horizont genossen.

Der nächste Morgen begann mit einem ausführlichen Frühstück vom Lagerfeuer und los ging es wieder mit den Kanus zum Angeln. Einige von uns angelten auch direkt von der Insel aus. Der Saimaa ist recht fischreich und so hatten wir auch am zweiten Tag frischen Fisch, vor allem Hechte und Rotaugen haben wir gefangen. Benutzt haben wir ganz normale Wurfangeln und als Köder herkömmliche Blinker und Wobbler. Beim Angeln stellte sich zudem eine herrliche Entspannung und Erholung vom Alltagsstress ein. Da wir beim Wild-Campen keinerlei Infrastruktur vor Ort hatten, ging der Tag neben der Angelei recht schnell vorüber, da selbst die einfachsten Dinge etwas Zeit benötigt haben, z.B. erst einmal ein Feuer machen um Kaffee zu kochen. Am Abend haben wir dann wieder unseren selbst gefangenen Fisch samt Folienkartoffeln aus dem Feuer genossen – mehr braucht man in dieser Umgebung wahrlich nicht um das Outdoor-Leben zu genießen.

Am nächsten Tag ging unsere Kanutour in Finnland dann leider schon wieder dem Ende entgegen. Wir gingen noch ein bisschen Angeln, bevor wir die Kanus packten und wieder zurück zum Camp paddelten, wo wie die letzte Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück nach Helsinki, von wo aus wir dann den Flieger zurück nach Hause nahmen.

 

Fazit zu unserer Kanutour in Finnland

Unser Outdoor-Trip in Finnland war ein herrliches Erlebnis. Die Kombination aus traumhafter Natur, Kanufahren, Angeln und Wild-Camping ist klasse und bringt eine herrliche Entschleunigung mit sich, da man sich auf die wenigen, wirklich notwendigen Aufgaben am Tag konzentriert. Das Kochen über dem Lagerfeuer macht Spass und ist eine schöne Abwechslung, vor allem mit selbstgefangenem Fisch. Das Schöne am Saimaa ist vor allem, dass man hier wirklich Ruhe findet und die Natur genießen kann. Hin und wieder sieht man zwar auch andere Boote und Menschen, aber wenn man sich eine kleine Insel inmitten des Sees sucht, ist man absolut ungestört. In Summe lässt sich eine Kanutour in Finnland im Saimaa-Seengebiet wirklich empfehlen!

 

Hier noch ein paar Tipps zur Ausrüstung, die sich während der Tour bewährt haben:

Für unsere Kanutour in Finnland haben wir die Kanus samt Küchenausrüstung und Flug nach Helsinki bereits von Deutschland aus bequem über Tuja Reisen gebucht. Von diesem Skandinavien-Spezialist bekommt man auch eine gute Beratung für solche Trips.

Im Kanu: Wenn es nicht zu kühl ist reicht meistens eine Badehose plus T-Shirt. Zudem hatten die meisten von uns immer Croqs an, die können nass werden und sind bequem. Da die Sonne auf dem See schon recht kräftig sein kann, benötigt man unbedingt einen Hut. (Base-Cap geht auch, aber da ist der Nacken ungeschützt). Wir haben uns dafür solche Camping-Hüte geholt. Ein paar Handschuhe könne zudem nicht schaden und beugen Blasen an den Händen vor, vor allem wenn man viel paddelt.

Navigation: Karte, Kompass sind Pflicht, ggf. sorgt ein GPS für leichtes Zurechtfinden auf dem Saimaa.

Zelt: Hier eignen sich Wurfzelte vor allem dann, wenn man täglich den Schlafplatz wechselt, z.B. auf einer Rundtour. Dieses einfache Wurfzelt von Decathlon hat sich bei mir bestens bewährt. Hier gibt weitere Kauf-Tipps zu Wurfzelten.

Schlafen: Eine gute und nicht zu harte Isomatte ist Pflicht. Dazu benötigt man natürlich einen Schlafsack. Der sollte nicht unbedingt ein richtig warmer sein, da es ja im Sommer auch nicht besonders kalt wird (also nicht unbedingt eine Komfortzone mit Minusgraden nehmen). Gute Erfahrungen habe ich mit dem Deuter EXOSPHERE +2° gemacht.

Hocker: Da Holzstämme oder Steine auf Dauer recht hart sind, macht es Sinn einen einfachen Campingstuhl mit Armlehnen mitzunehmen. Hier reicht ein günstiger, z.B. dieser Quechua Campingstuhl.

Stirnlampe: Wird vor allem am späten Abend und Nachts benötigt und hat gegenüber einer Taschenlampe den Vorteil, dass man beide Hände frei hat. Da es je nach Jahreszeit abends noch recht lange hell ist, reicht hier eine günstige aus, z.B. diese Black Diamond Stirnlampe. Hier gibt es weitere Kauf-Tipps zu Stirnlampen.

Camping-Geschirr und Besteck: Man benötigt ein Besteck-Set (Messer, Gabel, Löffel) und eine Tasse/Becher, dazu noch einen Teller (am besten etwas tiefer). Wir haben ein komplettes Camping-Koch-Set gekauft, damit wir noch einen Topf haben. Zudem hat uns eine einfache Grillwanne perfekte Dienste geleistet, da man diese universell nutzen kann und vor allem Auflage-Fläche hat.

Kleidung: Wir waren alle recht einfach ausgestattet. Am besten nimmt man Funktionsunterwäsche, die stinkt nicht 😉 Ansonsten reicht eine Outdoor-Hose (am besten eine, bei der man die Beine abmachen kann, so hat man lange und kurze Hose zugleich), die auch recht robust ist. Dazu reicht dann meistens am Tag ein T-Shirt oder Wanderhemd. Das gibt’s alles recht günstig beim Decathlon, oder man nimmt einfach die Funktionskleidung, die man z.B. vom Wandern ohnehin hat. Dazu sollte man noch einen warmen Kapuzen-Pulli und eine Jacke mitnehmen, da auch im Sommer abends kälter werden kann.

Auf den Inseln ist oft viel Moos und Gestrüpp, daher sind knöchelhohe Schuhe mit guter Profilsohle recht sinnvoll (z.B. Wanderschuhe). Dazu benötigt man für den Fall der Fälle eine gute Regenjacke und –hose.

Waschen/Körperhygiene: Für die tägliche Wäsche sind Outdoor-Waschbeutel sehr praktisch, da man sie an den Baum hängen kann und noch ein kleiner Spiegel drin ist. Als Handtuch eignen sich Microfaser-Handtücher, da Baumwolle mehr Platz einnimmt und langsamer trocknet. Die günstigen Mikrofaser-Handtücher von Decathlon reichen hier aber locker aus.

Duschgel/Waschmittel: Man sollte keine herkömmlichen Seifen und Duschgels im See benutzen (save the Planet….), hierfür gibt es spezielle Outdoor-Waschmittel, die ökologisch unbedenklich sind.

Weitere Utensilien:
Ein gutes Taschenmesser macht Sinn. Alternativ hat sich auch ein Leatherman sehr bewährt. Ein Feuerzeug sollte zudem jeder mit dabei haben.

 

Nützliche Informationen zum Angeln und Campen im Saimaa-Seengebiet

Campieren: Es gilt das Jedermann’s Recht und sollte auch genauso geachtet werden

Angeln: Infos zur Fischereierlaubnis in Finnland

Saimaa: Weitere Infos zum Saimaa-Seengebiet

 

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2 Gedanken zu „Auf Kanutour in Finnland – Angeln und Campen im Saimaa-Seengebiet

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